DIE SCHULAUSWAHL

 

 

Grundsätzliche Gedanken - Was gibt es bei der Schulauswahl zu beachten



 

Die Schulauswahl gemeinsam gestalten - Die Schulen, die ihr auf eurer Lernreise besuchen werdet, bestimmen maßgeblich den inhaltlichen Input auf der Reise. Nehmt euch daher im Vorhinein Zeit, um diese Schulen auszuwählen. Bestenfalls wird in diesen Prozess die ganze Gruppe eingebunden, denn die Auswahl der Schulen stellt einen wichtigen Bestandteil der gemeinsamen Reisegestaltung dar.

 

Netzwerke & Auszeichnungen ‘guter Schulen’ - Im Sinne der Idee von gelingenden Schulen zu lernen, braucht es eine Begründung, warum eine Schule dafür geeignet ist. Mit Sicherheit kann eine Vielzahl von Schulen als “interessant” oder “besuchenswert” befunden werden und bestimmt könnte man von all diesen Schulen auch irgendetwas lernen. Wenn ihr aber Erkenntnisse über ‘gute Schulen’ sammeln möchtet, lohnt sich die Suche nach Schulen, die in irgendeiner Art ausgezeichnet sind, z. B. vom Deutschen Schulpreis, oder Teil eines Netzwerkes sind, das seine Arbeit mit nachvollziehbaren Qualitätsstandards von ‘guter Schule’ begründet und nach diesen ausrichtet, z. B. Blick über den Zaun (BüZ). Eine Liste von Netzwerken und Auszeichnungen ‘guter Schule’, mit denen in vergangenen Lernreisegruppen oftmals gearbeitet wurde, findet ihr weiter unten.

 

Der frühe Vogel fängt den Wurm, oder nicht? - Wir alle wissen: Die Kommunikationswege in Schulen sind lang(sam). Da scheint der Gedanke naheliegend, so früh wie möglich die Schulauswahl hinter sich zu bringen, um dann mit dem Kontaktieren der Schulen zu beginnen, damit so früh wie möglich feststeht, welche Schulen besucht werden und wie die Route aussehen wird. Mit fremden und eigenen Kriterien ‘guter Schule’ (z.B. denen von BüZ oder dem Deutschen Schulpreis) solltet ihr euch aber trotzdem vor der Schulauswahl beschäftigen, um begründet Schulen auswählen zu können, von denen ihr auf der Reise lernen wollt. Auch wenn das bedeutet, dass die Schulauswahl wahrscheinlich nicht in den ersten zwei Sitzungen stattfinden kann.

 

Je diverser desto besser - Die Lernreise ist ein Anlass, sich mit der Vielfalt der deutschsprachigen Schullandschaft auseinanderzusetzen. Die Unterschiedlichkeit schulischer Praxis soll sichtbar werden. Wir empfehlen, diesen Grundgedanken bei der Schulauswahl zu berücksichtigen und eine möglichst große Diversität unter den besuchten Schulen im Bezug auf Schulform, pädagogisches Konzept, Größe der Schule, lokales Umfeld, etc. anzustreben. Und ja, das bedeutet, dass wir auch angehenden Gymnasiallehrkräften nahelegen (eigentlich sogar am liebsten verpflichten würden), mal an einer Grundschule zu hospitieren. Die Erfahrung hat gezeigt: Umso unterschiedlicher die Schulen, desto vielfältiger auch die Themen und Fragestellungen in Diskussionen und Reflexionen auf der Reise.

 

Außergewöhnliches unter gewöhnlichen Bedingungen - Schulgestaltung und Schulentwicklung gehören zu den essentiellen Aufgaben von Schule und damit von Lehrkräften. Oftmals wurden wir mit der Annahme konfrontiert, dass nur oder vor allem an Privatschulen Schulentwicklung stattfindet und nur dort außergewöhnliche Schulkonzepte zu finden sind. Unsere Erfahrung zeigt: Das ist ein Irrglaube! Es gibt viele staatliche Schulen, die unter gewöhnlichen Bedingungen Außergewöhnliches leisten. Die Lernreise bietet die Möglichkeit, diese Schulen kennenzulernen. Aus unserer Sicht ist es deshalb wichtig, bei der Schulauswahl darauf zu achten, größtenteils Schulen in staatlicher Trägerschaft auszuwählen. Denn auch aus gesellschaftspolitischer Perspektive ist es kritisch zu betrachten, auf der Lernreise überwiegend Privatschulen zu besuchen. Hier ein Link zu einem Zeitungsartikel und der Studie “Allgemeinbildende Privatschulen in Deutschland”, die sich mit den sozialen Auswirkungen von Privatschulen auf das deutsche Schulsystem beschäftigt: http://www.fr.de/wissen/studie-privatschule-ist-nicht-besser-a-943606

 

Überlaufene Leuchtturmschulen - Prinzip Lernreise wird immer größer, wodurch sich natürlich auch die Anzahl der Gruppen potenziert, die sich Semester für Semester auf die Reise zu “den besten Schulen Deutschlands” machen. Problem: Die Schulen haben nur begrenzt Ressourcen, um Gruppen zum Hospitieren bei sich aufzunehmen. Besonders, wenn immer dieselben “Lechtturmschulen” von Lernreisegruppen angefragt werden, könnte das zum Problem werden. Eine Möglichkeit zum Umgang damit ist, dass ihr bei eurer Suche nach geeigneten Schulen darauf achtet, nicht nur auf die Hauptpreisträger des deutschen Schulpreises und die “Lernreise- Schulen” zurückzugreifen, sondern die Recherche zu vertiefen, um so hoffentlich auf den ein oder anderen “Geheimtipp” zu stoßen; dabei kann es sich auch lohnen, verschiedene Medien (Zeitung, Radio, Fernsehen) zu durchforsten.

 

Von Kiel bis zum Bodensee? - ‘Gute Schulen’ sind in ganz Deutschland verteilt und das “Roadtrip-Format” der Lernreise kann dazu verleiten, dies in vollem Maße auskosten und sich im wahrsten Sinne ein Bild von der deutschen Bildungslandschaft machen zu wollen. We’ve all been there! Achtet aber trotzdem darauf, die Schulen so auszuwählen, dass die Strecken bewältigbar bleiben und ihr genug Zeit für Reflexionen, Schlaf und ein wenig Freizeit habt. Mehr dazu in dem Artikel: Die Reiseroute geschickt zusammenstellen.

 

 

NETZWERKE UND AUSZEICHNUNGEN GUTER SCHULEN

 

Preisträgerschulen des Deutschen Schulpreises

"Der Deutsche Schulpreis" wurde 2006 von der Robert-Bosch-Stiftung und der Heidehof-Stiftung ins Leben gerufen und zeichnet seitdem jährlich Schulen aller Schulformen in ganz Deutschland aus. Grundlage des Wettbewerbs ist ein umfassendes Bildungsverständnis, das in den sechs Qualitätsbereichen zum Ausdruck kommt: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Institution.

 

Das deutsche Schulportal

Diese Onlineplattform stellt erfolgreiche Konzepte aus der Schul­praxis vor und bietet aktuelle Informationen und Beiträge rund um die Themen Schul­praxis, Bildungs­politik und Wissenschaft.

 

Schulverbund Blick über den Zaun

Der Schulverbund Blick über den Zaun (BüZ) ist ein Verbund reformpädagogisch orientierter Schulen, der seit 1989 besteht, um Schulentwicklung „von unten“ zu betreiben. Grundlage der Arbeit ist das Leitbild einer guten Schule, das sich in die folgenden Bereiche gliedert:

1. Den Einzelnen gerecht werden – individuelle Förderung und Herausforderung,  

2. „Das andere Lernen“ – erziehender Unterricht, Wissensvermittlung, Bildung,

3. Schule als Gemeinschaft – Demokratie lernen und leben,

4. Schule als lernende Institution – Reformen „von innen” und „von unten“.

 

Preisträger des Jakob-Muth Preises

Der Jakob Muth-Preis für inklusive Schule zeichnet seit 2009 Schulen aus, die inklusive Bildung beispielhaft umsetzen.

 

Lernreise-Schulen

Dies ist eine Sammlung aller Schulen, die schon einmal von einer Lernreisegruppe im Rahmen von Prinzip Lernreise besucht wurden. Sie dient euch zur Inspiration und enthält bestimmt so manchen Geheimtipp. Es handelt sich hierbei aber nicht um redaktionelle Empfehlungen. Über die "Qualität" der Schulen oder "wie sehr es sich lohnt sie zu besuchen" trifft diese Sammlung keine Aussage.

 

 

TIPPS ZUR METHODISCHEN UMSETZUNG DER SCHULAUSWAHL IM SEMINAR

In diesem Abschnitt wird eine Methode vorgestellt, die das Ziel hat, ein differenziertes Meinungsbild zu den Wünschen der Gruppenmitglieder einzuholen, eine Vorauswahl zu treffen, zu entscheiden, wie weiter mit der Schulauswahl verfahren wird und Verantwortliche für den Schulkontakt zu bestimmen.

 

Vorbereitung auf die Sitzung:

 

Als Vorbereitung auf die Sitzung recherchieren alle Mitglieder der Gruppe nach Schulen, die sie auf der Lernreise gerne besuchen würden. Die weiter oben aufgeführten Links zu Netzwerken und Auszeichnungen wurden meist dafür in bisherigen Vorbereitungsseminaren verwendet.  

Jedes Gruppenmitglied bereitet sich darauf vor, die Schulen die ihr*ihm am besten gefallen haben, in der nächsten Sitzung den anderen kurz (!) vorzustellen. Mit einem vorgegebenen  Steckbrief kann die Suche strukturiert und vereinheitlicht werden.

 

In der Sitzung:

 

1. Schulvorstellung

Mit Hilfe der vorbereiteten Steckbriefe stellen alle Gruppenmitglieder ihre 1-3 favorisierten Schulen vor. Damit dieser Teil nicht zu sehr ausufert, ist es sinnvoll, eine maximale Dauer für jede Schulvorstellung festzulegen (z. B. 2 min) und eine*n Timekeeper*in zu bestimmen.

Parallel werden die Namen der Schulen auf Zetteln mitgeschrieben, die dann auf der Deutschlandkarte verortet werden. Um eine bessere Übersicht zu bekommen, kann für jede Schulform eine andere Farbe verwendet werden und auch, ob eine Schule in privater oder staatlicher Trägerschaft ist, kann auf dem Zettel gekennzeichnet werden. Außerdem sollte die untere Hälfte des Zettels frei bleiben, denn diese wird für den nächsten Schritt benötigt.

 

2. Ein Meinungsbild einholen

Als nächstes werden die Steckbriefe im Raum aufgehängt, damit ein Gallery Walk stattfinden kann, bei dem alle Zeit haben, sich nochmal in Ruhe die Informationen über die Schulen durchzulesen. Um herauszufinden, welche Schulen in der Gruppe auf das größte Interesse stoßen, bekommt nun jede*r sechs Stimmen und markiert mit je einem Strich unten auf dem entsprechenden Zettel die persönlichen sechs Top-Schulen. Anschließend werden die Striche ausgezählt.

 

Wichtig: Dieser Schritt ist nicht mit einer Abstimmung gleichzusetzen, sondern soll vor allem  dazu dienen, Interessenschwerpunkte offen zu legen. Die Gruppe kann nun selbst entscheiden, wie sie mit dem Ergebnis umgeht; z. B. könnte gemeinsam entschieden werden, dass pro Schulform die 1-2 am häufigsten gewählten Schulen beim Schulkontakt priorisiert werden. Oder wenn z. B. die drei Schulen mit den meisten Strichen alle Gesamtschulen sind, könnte die Gruppe beschließen, mindestens zwei Gesamtschulen zu besuchen oder wenn unter den Top 6 Schulen fünf Privatschulen sind, könnte ein weiteres Vorgehen sein, nach staatlichen Schulen mit ähnlichen konzeptionellen Besonderheiten zu recherchieren.

 

Auch wichtig: Zu welchen Schulen eine Gruppe dann tatsächlich fährt, hängt natürlich noch von anderen Faktoren ab, als von der internen Auswahl; z. B. ob und wann die Schulen für einen Besuch Zeit haben oder welche Fahrstrecken bewältigbar sind usw. Deswegen sollte sich die Gruppe an dieser Stelle lieber noch nicht zu sehr auf die priorisierten Schulen versteifen.  Diese erste Auswahl ist eine gute Grundlage für das weitere Vorgehen, aber auf keinen Fall eine endgültige Route! (LINK: Die Route geschickt zusammenstellen)

 

3. Gründung des Schulkontaktteams

Vergangene Lernreisen haben gezeigt, dass es sinnvoll ist, eine kleine Gruppe von Verantwortlichen für das Kontaktieren von Schulen festzulegen, anstatt diese Aufgabe als ganze Gruppe anzugehen. (LINK: Hutprinzip)

Diese kontaktieren dann die Schulen, behalten den Überblick über Zu- und Absagen und halten die Gruppe auf dem Laufenden.

 

VERWEIS AUF SCHULKONTAKTABELLE

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Arbeitsmaterial: Steckbrief Schulauswahl
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Handout: Informationen für Schulen
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