EURE ROUTE GESCHICKT ZUSAMMENSTELLEN

VORBEREITUNG & REISEPLANUNG

 

Ihr kennt euren Reisezeitraum. Ihr wisst, nach welchen Kriterien Ihr Schulen für eure Lernreise aussuchen wollt. Sehr gut! Wenn ihr glaubt, dass ab jetzt alles ein Spaziergang wird... puuh. Zu den größten Herausforderungen in der Planung gehört es, eure Route so zusammenzustellen, dass ihr a) Zeit zwischen den Schulbesuchen zum Reflektieren und Fortbewegen habt und b) ihr möglichst in einer Rundreise durchs Land fahrt, anstatt von Hamburg nach Freiburg nach Kiel und dann nach München!

 

Die gute Nachricht: Bisherige Gruppen haben all das gemeistert und wir haben gesammelt wie!



GROBER ABLAUF EINER LERNREISE - DARAUF ARBEITET IHR HIN.

 

So könnte ein Beispielablauf einer Lernreise aussehen. Der Zeitraum geht hier von Montag bis zum Freitag der darauffolgenden Woche (Mehr zur Länge der Reise in Phase 2: Das erste Treffen). Im Groben besteht der Plan aus 5 verschiedenen Blöcken, die sich miteinander abwechseln:

 

1. Schulhospitation

 

Die vereinbarten Termine mit den Schulen geben Euer Lernreise die Eckpfeiler, um die Ihr den Rest herum plant. Ein Schulbesuch erstreckt sich in der Regel von 8:30 Uhr bis 13:00/14:00 Uhr, manchmal aber sogar bis 22:00 Uhr.

 

2. Reflexion der Schulhospitation

 

Jenachdem welche Reflexionsmethode (Mehr zu Reflexionsmethoden in Phase 3: Die Reise geht los!) Euch passend erscheint, können diese Blöcke zwischen einer und fünf Stunden dauern. In unserer Erfahrung war es immer angenehmer, eine Nacht nach der Hospitation schlafen zu können und diese so erst am nächsten Tag zu reflektieren - wenn der Schädel nicht mehr ganz vor lauter Eindrücken brummt!

 

3. Reise zur nächsten Unterkunft

 

Da Ihr mitunter sowohl eine Schule in Hamburg als auch eine Schule in München anschauen wollt, können die reinen Fahrtzeiten zwischen den Unterkünften enorm viel Zeit in Anspruch nehmen. Hier lohnt sich insbesondere eine geschickte Routenplanung (Mehr dazu in Phase 2: Die Route zusammenstellen), damit Ihr in einer Rundreise und nicht im Zick-Zack durchs Land düsen müsst. Abhängig von den Unterkünften, muss zumindest ein Teil von Euch zu einer bestimmten Uhrzeit (in der Regel vor Mitternacht) vor Ort sein, um den Schlüssel übergeben und die Räumlichkeiten gezeigt zu bekommen.

 

4. schulfreie Zeit

 

So wie die Semesterferien ja eigentlich vorlesungsfreie Zeit heißen, hüten wir uns davor, das Wort Pausen zu verwenden. Auch wenn Ihr gerade nicht reflektiert, hospitiert oder auf der Autobahn langbrettert, gibt es genug andere Dinge zu tun: Essen kaufen/retten und zubereiten, Wäsche waschen, Unterkunft aufräumen, der vorbereiteten Präsentation der morgigen Schule lauschen, Blogartikel schreiben oder Videotagebuch drehen und schneiden. Das ist auch der Grund, warum wir glauben, dass mehr als 6 Schulen in 12 Tagen eine große Herausforderung sein könnten.

 

5. (Zwischen-)Reflexion der Lernreise

 

Am Wochenende in der Mitte und am letzten Tag kann es gut tun, einmal durchzuatmen und zurückzublicken auf das was inhaltlich und gruppendynamisch passiert ist. Was war sehr bereichernd? Was weniger? Welche Muster hatten alle Schulen gemeinsam? Was wollen wir in unserem Vorgehen ändern? In den Schulen, beim Kochen, beim Organisieren?


HOSPITATIONSTERMINE VEREINBAREN - WILLKOMMEN IN DER SCHULREALITÄT!

 

Bei der Vereinbarung von Hospitationsterminen gibt es zwei große Herausforderungen.

 

1. Die Schulen sind restlos ausgebucht. Bis 2022.

 

Vor allem bei Schulen, die den Deutschen Schulpreis gewonnen haben, ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass zumindest für die nächsten 12 Monate offiziell keine Hospitation als Gruppe in eurer Größe möglich ist. Denn so eine Schule möchte natürlich planen und euer Besuch bedeutet ein Mehraufwand gegenüber dem normalen - meist schon an sich sehr aufwendigen - Tagesablauf. In der Regel schafft es eine Lernreisegruppe maximal 6 Monate vor Reisebeginn in Kontakt mit den gewünschten Schulen zu treten. Wie kann man das lösen?

  • Flexibel sein. Klammert nicht an euren Schulwünschen. Natürlich habt ihr Favoriten, aber meistens stehen diese für bestimmte übergeordnete Kategorien. Ihr habt Schule A vor allem wegen ihrer ausgezeichneten Inklusionspraktiken ausgesucht, könnt dort aber nicht in eurem Zeitraum hospitieren? Dann schaut nach weiteren Schulen, die das auch können. Lasst euch eventuell sogar von eurem Ansprechpartner in der Schule A Tipps und Kontakte geben.
  • Kontakte nutzen. Die Freundin der Arbeitskollegin einer Mutter eines Gruppenmitglieds ist die Schulleiterin an einer ausgezeichneten Schule? Perfekt! Aus eigener Erfahrung ist es unglaublich viel einfacher über persönlichen Kontakt zu Lehrkräften/Schulleitungen oder Schülern und Schülerinnen zu guten Terminen zu kommen. Besondere Einblicke in die Schule ergeben sich dadurch manchmal auch.
  • Lieb grüßen. Verweist auf andere Lernreisegruppen, die eure Wunschschule schon mal besucht haben. Das hat bereits mehrmals ungeahnte Türen geöffnet, da sich die Schulleitung sehr gerne an die letzte Gruppe erinnert hat.
  • Kreative Lösungen finden. Manchmal ist für die Absage vor allem die Gruppengröße ausschlaggebend. Schon mehrfach war es möglich, die Hospitation auf 2 Tage zu verteilen und z.B. jeweils mit 7 Leuten vor Ort zu sein, während der Rest mal frei macht. Oder Holz hackt. 

2. Der Schulbesuch kostet. 50 €. Für jede Person.

Auch das kommt vor. Selten haben Lernreisegruppen 300 € pro Person nur für die Schulbesuche zur Verfügung. Was könnt ihr tun?

 

  • Verstehen. Findet heraus, was sich hinter dem Preis verbirgt. Manche Schulen haben solche Hospitationstage als Einnahmequellen für sich entdeckt, um ihre (meist großartigen) Projekte ohne Auflagen finanzieren zu können. Andere decken damit die Kosten für euer Mittagessen oder die Entwicklung des Hospitationskonzeptes. Dieses Wissen senkt normalerweise nicht den Preis, aber eventuell erhöht es eure Bereitschaft, für einen der sechs Schulbesuche noch aktiver Fundraising zu betreiben.
  • Verhandeln. Darauf zu pochen, dass ihr arme Studierende seid, kann helfen, aber auch ziemlich nach hinten losgehen. Bewährt hat sich, bereits mit einer Idee in das Gespräch zu gehen, wie ihr die Schule als Gruppe nicht-materiell unterstützen könnt. Sei es abwaschen in der Küche, beim Umzug mitanpacken, einen Vortrag über eure Lernreise in der Schulaula präsentieren, Feedback nach der Reflexion der Schulleitung zukommen lassen und und und. Seid kreativ und individuell. Das zeigt den Verantwortlichen, dass es euch ein echtes Anliegen ist und gleichzeitig bleiben Lernreisegruppen bei den Schulen in guter Erinnerung. Das freut alle, die nach euch kommen!

TYPISCHER HOSPITATIONSABLAUF

 

Wie holt ihr das Meiste aus euren Schulbesuchen heraus? Mit wem solltet ihr unbedingt sprechen? Was möchtet ihr herausfinden? Wie viel Stunden Schule könnt ihr problemlos aufnehmen? 

 

Diese Fragen können euch helfen, den für euch optimalen Hospitationstag zu formulieren. Natürlich haben die Schulen auch ein (ganz schon großes) Wörtchen mitzureden. Viele Schulen werden nicht zum ersten Mal für einen Tag besucht und haben über die Jahre ein Hospitationskonzept entwickelt, mit dem sie sich wohlfühlen. Andere wiederum erkennen den Besuch einer Lernreisegruppe als sehr besonders an und sind begeistert, den Tag mit euch im Dialog zu planen.

 

Über die bisherigen Erfahrungen haben sich einige Aspekte eines Schulbesuches als besonders wertvoll herausgestellt. Wenn ihr diese frühzeitig kommuniziert, können sich die Verantwortlichen daraufeinstellen und euren Wünschen nachkommen.

 

1. Vereinbart ein Gespräch mit der Schulleitung. Dadurch erfahrt ihr aus erster Hand, welche Visionen, Herausforderungen und Geschichten in der Schulentwicklung stecken. Nebenbei könnt ihr Eure Fragen direkt an die Person mit wahrscheinlich der größten Expertise im Gebäude loswerden. Bewährt hat sich ein kurzes Briefing zum Tag und zur Schule am Anfang der Hospitation und eine ausführliche Fragerunde zum Schluss.

 

Tipp Erfragt, ob ihr die Gespräche filmen und mit gegenseitiger Abstimmung (z.B. auf Youtube) hochladen dürft! Das können wahre Schätze sein, wie z.B. das Interview mit Reinhard Stähling, Schulleiter der Berg Fidel Grundschule in Münster. youtu.be/vXSwL-abaMk

 

2. Verteilt Euch. Wenn ihr in kleinen Gruppen von 2-3 Leuten durch die Schule und den Unterricht zieht, könnt ihr einerseits im Anschluss sehr vielseitge Erlebnisse reflektieren und habt andererseits verschiedene Ansichten derselben Situation. Das ist eines der wunderbaren Vorteile, diese Reise als Gruppe durchzuführen.

 

3. Erlebt mehr als nur Unterricht. Über Schulen lässt sich an ganz unterschiedlichen Orten in ganz unterschiedlichen Situationen lernen. Setzt euch 2 Stunden in die Mensa und beoachtet die Interaktion zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern, spielt in der Pause mit den Kids Fußball, schleicht euch in die Theaterprobe, sprecht Schüler auf dem Hof an und fragt sie aus, redet mit Eltern, die ihre Kinder abholen, bleibt im Sekretariat, klopft an eine Tür und schaut was passiert. Insbesondere die Komibnation all dieser Erlebnisse in einer Schule helfen euch als Gruppe ein Gesamtbild zusammenzufügen.

 



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